More than Money – Alternativen zur Gehaltserhöhung

    Arbeitswelt erstellt von DESIGNERDOCK-Redaktion

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    Eine Gehaltserhöhung ist zur Zeit nicht drin? Auch ein Zuschuss kann die Motivation steigern und gibt einem Unternehmen die Möglichkeit, die Leistung und das Engagement auch in schwierigen Zeiten zu würdigen. Diese Alternativen könnt ihr in die Waagschale werfen. 

    Gehaltsverhandlungen erfordern Fingerspitzengefühl

    Den richtigen Zeitpunkt, die besten Argumente, die passenden Worte. In Krisenzeiten sind Gespräche übers Geld sogar mit der allerbesten Vorbereitung oft Essig. Selbst wenn die Vorgesetzten oder die Geschäftsführung die Leistung anerkennen oder zustimmen, dass das Einstiegsgehalt nicht mehr ganz angemessen ist, stehen Unternehmen gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht immer die finanziellen Mittel zur Verfügung. Woran Arbeitnehmer*innen und Unternehmen an diesem vertrackten Verhandlungspunkt noch zu selten denken, sind die vielen Alternativen, die es gibt, um Leistung und Engagement angemessen zu würdigen. Doch Zuschüsse, Boni, Prämien und Benefits werden immer beliebter. Das zeigt auch eine Umfrage von Kununu und dem Beratungsunternehmen Kienbaum aus dem letzten Jahr. Extras haben oft für beide Seiten sogar Vorteile. Denn manchmal haben Mitarbeiter:innen von einem Zuschuss oder Benefit am Ende mehr als von einer Gehaltserhöhung, da durch Steuern und Sozialabgaben nur ein Teil des Geldes auf dem Konto landet. Ein Zuschuss wiederum wird mitunter steuerfrei gewährt und kann vom Unternehmen günstig abgesetzt werden. 

    Langfristig können Extras jedoch einen Nachteil haben. Im Rentenbescheid schlagen sie sich nicht nieder und auch für die Höhe des Arbeitslosengeldes sind sie irrelevant. Dennoch sind die Alternativen, neben einer angemessenen Entlohnung, eine gute Möglichkeit, Wertschätzung zu zeigen. Bis wieder bessere Zeiten kommen: Let’s talk about alternatives. 

    Mehr Zeit statt Geld

    Für flexible Arbeitszeiten und Home-Office hat vielerorts die Pandemie gesorgt. Inzwischen steigt bei einigen Arbeitnehmer*innen der Frust. Denn immer alleine am Wohnzimmertisch arbeiten ist auch nix. Wer gerne mehr Zeit für sich, die Familie, Freunde oder Hobbies hätte, kann eine Arbeitszeitreduzierung oder ein, zwei, drei weitere Urlaubstage bei gleichbleibenden Gehalt vorschlagen. Auch ein Sabbatical, die Freistellung für einen gewissen Zeitraum, wird von immer mehr Unternehmen eingeräumt.

    Alles was den Arbeitsalltag leichter macht

    Ein Firmen-Smartphone, ein Laptop oder ein ergonomischer Stuhl fürs Home-Office, mehr Support durch Kolleg:innen, die Umverteilung von Aufgaben oder weitere Arbeitsmaterialien. All dies kann verhandelt werden und die Motivation steigern, ohne das angeschlagene Unternehmen tief in die Tasche greifen müssen.

    Neues lernen 

    Endlich Programmieren lernen oder eine neue Sprache. Meetings online moderieren wie Thomas Gottschalk einst Wetten dass…?, mit erprobten Methoden innovative Ideen im Designprozess entwickeln oder die eigene Arbeit und Kommunikation reflektieren – von Weiterbildungen und Coachingprozessen, die das Unternehmen bezahlt, haben Kreative und Agenturen etwas. Wichtig fürs Finanzamt ist nur, dass die Fortbildung in einem Zusammenhang zur aktuellen oder einer (voraussichtlich) zukünftigen Aufgabe im Unternehmen steht. Weitere Weiterbildungsideen findet ihr hier.

    Inspiration

    Neue, fachspezifische Literatur, eine Jahreskarte fürs Museum, Theatertickets, ein Abo der Page oder Brand Eins – alles Verhandlungssache, solange sich ein Bezug zur Tätigkeit  herstellen lässt.

    Unterwegs sein

    Für die Zeit nach dem Corona-Biedermeier, wenn wir alle wieder gerne in die Büros strömen, nach der Arbeit noch unterwegs sind, am Wochenende Ausflüge machen oder reisen: Ein Fahrkostenzuschuss oder ein Monatsticket für die öffentlichen Verkehrsmittel lohnt sich nicht nur für den Weg ins Büro, sondern auch privat. Selbst eine BahnCard, die auch privat genutzt wird, kann ein Unternehmen bezahlen. Vorausgesetzt, der oder die Mitarbeiter*in reist auch beruflich häufiger. Ein immer noch beliebtes Extra ist laut Umfragen der Firmenwagen. Wird dieser auch privat genutzt, müssen Arbeitnehmer*innen den geldwerten Vorteil versteuern. Die klimaneutrale Alternative, das Firmenrad, ist übrigens auch ein möglicher Benefit.

    Gesund und satt

    Yoga am Nachmittag, 15-Minuten Meditation oder eine kurze Schulter-Nacken-Massage nach der Mittagspause, Fitness- und gesundheitsfördernde Angebote werden beliebter. Auch weil das betriebliche Gesundheitsmanagement ein immer wichtigeres Thema wird. In manchem Unternehmen kümmern sich inzwischen Gesundheitsmanager*innen um das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen und organisieren beispielsweise Gesundheitstage und kleine Fitnesseinheiten. Nicht nur am Arbeitsplatz können Unternehmen die Gesundheit des Teams fördern. Mit bis zu 500 € können sie steuerfrei Sportkurse in der Freizeit bezuschussen. Auch eine Zusatzversicherung zur Krankenkasse kann ein Unternehmen übernehmen. Erholungsbedürftige Menschen können zudem eine Erholungsbeihilfe verhandeln, eine Art Urlaubszuschuss. 

    Wasser, Kaffee, Tee und Obst sind in den meisten Agenturen längst eine Selbstverständlichkeit. Dass das Mittagessen bezuschusst oder serviert wird, noch nicht. Dabei ist auch das möglich.

    Kinder und Eltern

    Unternehmen können für ihre Mitarbeiter*innen die Beiträge für die Kinderbetreuung, für die Kita oder einen Babysitter, wenn man kurzfristig einspringen muss, übernehmen. Je nachdem wo man wohnt, kann dies eine große finanzielle Entlastung bedeuten. Und auch bei der Pflege Angehöriger können Arbeitgeber finanziell unter die Arme greifen.

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