Der Dritte Weg (Teil 2)

    erstellt von Alexander Dewhirst DESIGNERDOCK Headquarters

    Letzte Woche schrieb ich darüber, wie sich Menschen, die in der Kommunikationsbranche arbeiten, optimal aufstellen – mit ihrem Marketing-, Design- und Produkttalent sowie ihren organisatorischen Fähigkeiten – um erfolgreich ein eigenes Geschäft zu starten.

     

    Eines der größten Hindernisse ist nach Ansicht vieler Menschen die Finanzierung eines solchen Geschäfts.

     

    Während manche Unternehmungen tatsächlich einen hohe Kapitaleinsatz voraussetzen, zum Beispiel die Fertigung von Computerchips oder die Gründung einer Biosupermarktkette, gibt es auch Gründungen, die fast ohne Kapital starten können. Dies kann entweder durch die Zusammenarbeit mit anderen geschehen oder in Kooperation mit Firmen, die vom Erfolg deiner Idee profitieren könnten.

     

    Viele erfolgreiche Firmen, zum Beispiel Apple, BodyShop oder Twitter sind mit minimalem Budget gestartet. Nachfolgend einige Beispiele, wie man neue Ideen verwirklichen kann:

     

    1. Mobiler Massage-Dienst: Mit einer kleinen Anzeige findest du eine Handvoll Masseurinnen und Masseure, die nicht ausgelastet sind. Mit einem Brainstorming ermittelt ihr ein Format und einen Ablaufplan für eine kostengünstige mobile Massage. Für den visuellen Auftritt, falls du es nicht selbst schaffst, könnte ein Designer einspringen, der gegen eine prozentuale Beteiligung am Gewinn, sagen wir 5 Prozent, ein Logo, Flyer und eine einfache Internetseite entwirft.

    Du fängst nicht gleich mit einer GmbH oder einer AG an, weil das teuer ist, sondern schließt einfach nur Kooperationsverträge mit allen Beteiligten, die darüber mitentscheiden, wie das Geschäft strukturiert sein könnte, wenn es irgendwann gut läuft.

    Nun musst du testen, was du bis jetzt geschafft hast: Zeige deinen Freunden und Mitarbeitern das Design-/Marketingkonzept. Denke daran, dass du vielleicht nicht die typische Zielgruppe bist, entwerfe also nicht etwas, das nur dir gefällt. Hole dir Feedback von anderen, um so marktgerecht wie möglich zu werden. Nimm jedes Feedback, das du bekommst, ernst!

     

    Der nächste Schritt, das Vermarkten der Idee, ist die größte Herausforderung. Wenn du mit deiner Idee Erfolg haben möchtest, musst du sie auch gut verkaufen. Mailings bzw. Dialogmarketing wecken das Interesse potentieller Kunden, vorzugsweise Firmen mit dutzenden, wenn nicht hunderten Mitarbeitern. Persönliche Interviews mit Entscheidungsträgern sind nützlich um zu schauen, an welcher Art von Service sie interessiert sind.

     

    Beim Zuhören von potentiellen Kunden kannst du deine Geschäftsidee verfeinern oder komplett neu erfinden, um sie dem Markt anzupassen. Für unser Beispiel könnte eine Kopfmassage vielleicht geeigneter sein, als eine Rückenmassage. Flexibel zu sein, deinen Service so zu verändern, dass er zu dem Markt, den du gerade entdeckst passt, ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Selbst die teuerste Marktanalyse kann den Erfolg eines neuen Produkts nicht sicher voraussagen. Wenn du aber bereit bist, das Feedback von Kunden umzusetzen, werden dein Produkt oder deine Idee automatisch verfeinert. Eine Abwandlung der ursprünglichen Idee könnte erfolgreicher sein, als das Originalkonzept.

     

    2. Ein weiteres kurzes Beispiel: Während eines Urlaubs in einem anderen Land entdeckst du ein tolles Produkt, das es in deinem Land nicht gibt. Vielleicht könnte das Produkt – eine Kosmetik oder ein Lebensmittel – neu verpackt werden, um Anklang zu finden. Du könntest eine Kooperation mit dem Hersteller starten, der dir exklusive regionale Rechte einräumt, um das Produkt in Deutschland (oder nur einem einzelnen Bundesland) zu vermarkten. Solltest du Hilfe mit dem Design oder Marketing benötigen, suche nach einem Kooperationspartner, einer deiner alten Kollegen, der für einen Prozentteil arbeiten würde (s. o.).

    Dann besuchst du einen Laden, vorzugsweise eine Kette, der/die interessant für dein Produkt sein könnte, und überzeugst sie, dieses probeweise in ihr Sortiment aufzunehmen. Ladengeschäfte suchen immer nach neuen, interessanten Artikeln, genau wie ihre Kunden! Während der Probezeit stehst du in der nähe des Regals, bietest kostenlose Muster an und sammelst das Feedback. Falls du verschiedene Geschmäcker oder Mischungen hast, kannst du sie dort in der Öffentlichkeit testen. Die Investition, die du für solche Proben benötigst, ist nicht hoch. Die meisten davon verschlingen die Verpackung und Direktmarketing.

     

    Nächste Woche: Das Finden deines Produkts oder Services.

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