Digitale Projekte, neue Rollen – Das war der UX-Day 2021

Arbeitswelt erstellt von Elisabeth Wirth

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Anregende Einblicke und neue Erkenntnisse hat auch in diesem Jahr wieder der UX-Day versprochen. Was sie von der digitalen Konferenz mitgenommen haben, darüber haben wir mit Petra Graef, Geschäftsführerin von Designerdock München, und Carolin Barthelmes, Personalberaterin im Designerdock-Team Hamburg, gesprochen.

Im Oktober trafen sich digitale Profis, Young Professionals, Mitarbeiter*innen von Agenturen, Start-ups und Unternehmen, um sich über UX, digitales Marketing, Design und E-Commerce auszutauschen. Mitten drin Designerdock. Als Partner waren wir auf der digitalen Konferenz nicht nur mit einem digitalen Messestand präsent, sondern haben uns auch neugierig unter die Besucher*innen gemischt. „Die Vorträge waren eine super Möglichkeit, die Needs unserer Zielgruppen noch besser zu verstehen und digitale Prozesse zu durchdringen“, erzählt Carolin vom Designerdock-Team Hamburg zurückblickend. 

UX hat viele Facetten

Während auf Stage 1 DJ Adam Stacks auflegte, konnten die Teilnehmer*innen bereits am Mittwochabend die Plattform und einander kennenlernen. Am Donnerstagmorgen ging der UX-Day mit einer Reihe an Vorträge, Sessions und Workshops richtig los. „So eine breite Auswahl an Themen hatte ich nicht erwartet“, sagt Petra, die gemeinsam mit ihrer Schwester den Designerdock-Standort München leitet und in mehrere Vorträge hinein geschnuppert hat. Mit der Frage, wie in der Zusammenarbeit von UX-Designer*innen und Entwickler*innen besser laufen kann, beschäftigte sich der erste Vortrag, den Petra besucht hat. Die These, dass Digitalisierung Humanisierung und Technisierung bedeutet, vertrat später der Personaler Jan Bühlmaier und erzählte, vor welche Herausforderungen die Digitalisierung mittelständische Unternehmen stellt. Am Nachmittag vermittelte ein Vortrag Tipps für digitale Meetings, ein anderer beschäftigte sich unter anderem mit kollaborativem Modellieren und Methoden wie dem User Story Mapping oder Event Storming. Beide unterstützen die digitale Produktentwicklung durch ein gemeinsames Verständnis. „Interessant fand ich auch den Vortrag Trust by Design von Özden Seiler am zweiten Tag. Er hat noch einmal ins Gedächtnis gerufen, wie wichtig vertrauensfördernde Strategien besonders in der digitalen Welt sind. An welcher Stelle der User Experience beispielsweise auf einer Webseite Daten abgefragt werden, kann Vertrauen fördern oder hindern. Das Konzept der Vertrauensbildung sollte tatsächlich bei allen digitalen Formaten mitgedacht werden, um Beziehungen aufzubauen“, erzählt Petra. 

Neue Rollenverteilung im digitalen Team, UX-Designer*innen werden immer wichtiger

Die Vorteile digitaler Konferenzen hat Carolin beim UX-Day genutzt. Sie hat nicht nur unseren Messestand betreut, sondern sich wann immer möglich auch zu Vorträgen geschaltet. Nerdig, unterhaltsam und informativ fand sie den Input von Dr. Marcus Trapp vom Fraunhofer IESE über die Modernisierung von Softwaresystemen. Anhand von konkreten Projekten zeigte Marcus Trapp, dass ein neues Softwaresystem nicht dasselbe können muss, wie das alte und dass es sich lohnt, die funktionalen und gestalterischen Anforderungen neu zu formulieren. Interaktiv gestaltet war der Vortrag Working remotely but not lonely von Jessica Müller rund um Teambuilding, workshops, work hacks.

Dass sich UX-Designer*innen ihre Stellung im digitalen Team noch immer erkämpfen müssen, war eine Erkenntnis aus dem Vortrag UX is a process von Claire Thornewill, die den UX-Prozess auch als Product Owner auf alles anwendet, was sie entwickelt. „Das Problem kenne ich auch aus der Praxis“, erzählt Carolin. „Bei dem Vortrag musste ich an viele Gespräche mit unseren Kandidat*innen denken. Dass die Rolle der UX-Designer*innen oft noch als untergeordnet betrachtet wird, liegt auch daran, dass das Berufsbild noch relativ neu ist.“ Noch wissen nicht alle, was UX-Designer*innen genau machen und wie ihr spezifischer, oft sehr analytischer Blick digitale Projekte unterstützen kann. Weil die User bei der Entwicklung neuer Produkte immer mehr ins Zentrum rücken, werden auch UX-Designer*innen immer wichtiger. 

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Frage, wie digitale Teams gut zusammenarbeiten können und die Erkenntnis, das zusammenarbeiten bedeutet, sich aufeinander zu beziehen, nicht mehr banal. Gerade in der Kommunikationsbranche haben sich die Berufsbilder mit der Digitalisierung stark diversifiziert und spezialisiert. Unkenntnis darüber, was die einzelnen Expert*innen zum Erfolg des Projektes beitragen können und wer welche Rolle im Prozess einnehmen kann, erschwert die Zusammenarbeit. Umso wichtiger wird, dass digitale Projekte von Anfang an klug aufgesetzt werden und die Rollen klar kommuniziert und verteilt werden. 

Der UX-Day 2021: Unser Fazit

„Die Vorträge waren hilfreich, um die Teamprozesse bei digitalen Projekten und insbesondere die Rolle von UX-Designer*innen darin sowie die Schwierigkeiten noch einmal besser zu verstehen“, sagt Carolin nach den zwei Tagen. Für eine Konferenz zu allen Themen rund um UX eignet sich ein digitales Format von der Sache her ziemlich gut, finden Petra und Carolin. Dass Veranstalter wie Referent*innen, Aussteller*innen und Teilnehmer*innen noch lernen, den digitalen Raum für Messen zu gestalten und zu nutzen, haben beide bei der diesjährigen Ausgabe aber auch gemerkt. Luft nach oben gibt es etwa noch bei der Umsetzung der User Experience der Konferenz. Und auch wenn die Q&A-Sessions nach den Vorträgen genutzt wurden, war der Austausch unter den Teilnehmer*innen und Ausstellenden noch recht zurückhaltend. Dennoch: Berufsbilder, Entwicklungen, Ansätze, Methoden besser kennenlernen, das Netzwerk erweitern, sehen, was die Konkurrenz so treibt, dafür lohnen sich Veranstaltungen wie der UX-Day – ob nun analog oder digital – für kreative Talente und Agenturen allemal. 

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