LinkedIn: Ein Karrierenetzwerk auf dem Vormarsch

    Arbeitswelt erstellt von Kristin Louis, Geschäftsführerin DESIGNERDOCK Berlin

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    Bis vor wenigen Jahren hatte niemand LinkedIn auf dem Radar. Doch mit immer neuen Funktionen scheint LinkedIn auf dem Vormarsch. Was taugt die Plattform für digitales Recruiting?

    Tausend tolle Talente nur einen Klick entfernt

    Klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Zugang zu 14 Millionen beruflich aktiven Menschen auf LinkedIn im DACH-Raum, mit nur einem Klick. Einfach Suchbegriff eingeben und schon ploppen die richtigen Kandidati*innen auf. Da muss doch die richtige Person für den zu besetzenden Job dabei sein. Warum also eine traditionelle Personalberatung einschalten, wenn man das fix selbst regeln kann? So denken viele, vor allem junge Unternehmer*innen und gehen selbst auf Suche nach neuen Talenten. Wie erfolgreich das ist? Kommt wohl auf den Job an, der zu besetzen ist – und auf die zwischenmenschlichen Fähigkeiten der Unternehmer*innen. 

    Die Illusion von Verfügbarkeit weicht schnell einer Einsicht: Recruiting ist ein Handwerk, das gelernt sein will. Genauso wenig wie man mal schnell eine Website selbst baut oder ein Designkonzept zusammenbastelt, ersetzt LinkedIn die Erfahrung einer traditionellen Personalberatung nicht. Denn nur weil viele Menschen verfügbar sind, sind diese noch lange nicht die richtigen. Die Suchergebnisse sind wild, die Profile müssen eingeschätzt werden, die Angaben eingeordnet werden. Und scheint die richtige Person gefunden, beißt sie noch lange nicht an, wenn man ihnen ein Angebot macht. Das kann man aber der Plattform nicht zuschreiben, die bemüht sich nämlich immer interessanter für ihre Nutzer zu werden.

    Selbstdarstellung über Meinungscontent erwünscht

    LinkedIn verschiebt den Fokus seiner Funktionen auf echte Inhalte. Mit der Artikelfunktion kann jeder seine Meinung kund tun und dem Netzwerk teilen. Der Feed sieht immer mehr aus wie ein Business-Facebook, mit Artikeln und Updates, Meinungen und Ankündigungen. Anzeigenformate erlauben das schalten von Stellenanzeigen, auch wenn LinkedIn hier noch weiter hinter XING liegt. Überhaupt scheinen die Deutschen ihr XING zu lieben, gilt es in vielen Branchen als Standard. Diejenigen, die international arbeiten wollen, tummeln sich aber lieber auf LinkedIn. Welches Profil sich letztlich lohnt, kommt wohl auf die Branche und das eigene Netzwerk an. 

    Ein Trend, der sich abzeichnet, betrifft die Nutzung sozialer Netzwerke im Ganzen. Facebook nimmt immer mehr an Bedeutung ab: Der vom Algorithmus zerschossene Feed liefert weniger relevanten Content als vor einigen Jahren – wer nach Inspiration sucht und ein aktives Netzwerk auf LinkedIn hat, findet hier in Zukunft eher Artikel, Verweise und Inspirationen. Gruppen gibt es hier auch und seit kurzem sogar auch Events. Nach und nach wird LinkedIn so zum neuen Facebook, zwar noch immer karriereorientiert, aber ein Ort für coolen, neuen Content. Wer hätte das vor ein paar Jahren noch gedacht? Da war LinkedIn diese behäbige Website, bei der man seinen Lebenslauf eintippt und eventuell mal eine Anfrage von alten Kollegen bekommt. Das hat sich definitiv geändert. 


    Ein neues Tool für einen traditionellen Service

    Gerade wer mit digitalen Medien arbeitet, sollte sich selbst vor der Digitalisierung nicht scheuen. Personalberatung profitiert immens von den neuen Möglichkeiten, die Netzwerke wie LinkedIn bieten. Sie erweitern den Zugriff auf interessante Talente und machen die Kommunikation mit Kandidat*innen leichter. Um langfristige Bindungen seitens Arbeitgeber*in und -nehmer*in zu knüpfen, braucht es aber mehr, als eine Suchmaschine. Es gehört Menschenkenntnis und Branchenverständnis dazu, um Talent und Job zusammenzubringen. LinkedIn wird die traditionelle Personalberatung also nicht ersetzen. Aber als Tool und Netzwerk eröffnet es neue Möglichkeiten, von denen nicht nur Personalberatungen, sondern alle auf dem Markt profitieren.

    Wo wir schon dabei sind, folgt ihr uns eigentlich? 

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