So gelingt der Berufseinstieg in den Online-Bereich

    Interviews erstellt von Elisabeth Wirth, Autorin und Texterin

    © pic by DESIGNERDOCK / Marcel Schler

    Marcel Schler behält über eine Branche im permanenten Wandel den Überblick und bringt mit Fokus aufs Digitale Kreative und Unternehmen zusammen. Der DOCKBLOG hat mit ihm über Chancen und Herausforderungen und darüber, wie der Berufseinstieg gelingen kann, gesprochen.

    DD: Marcel, du bist der Ansprechpartner für den Onlinebereich bei DESIGNERDOCK in Frankfurt/Main. Was heißt das konkret?

    MS: Ich bin die Schnittstelle zwischen Kommunikationsfachleuten mit digitalem Hintergrund und den Agenturen bzw. Unternehmen. Die Kandidaten, die ich berate und vermittle, sind zum Beispiel Web-, UX oder Screendesigner, Social Media Manager, Online Marketing Manager oder auch Programmierer.

    DD: Was macht für dich die Personalberatung so interessant?

    MS: Mein Job ist extrem vielseitig. Ich habe jeden Tag mit einer Vielzahl an Aufgaben, Stellenprofilen, Unternehmen und Kandidaten zu tun. Es geht immer wieder darum herauszufinden, was ein Kandidat, aber natürlich auch eine Agentur, wirklich will und braucht. Und dann darum, Anforderungsprofile zu präzisieren, in geeignete „Kriterien“ zu übersetzen und über interne und externe Kanäle den idealen Kandidaten zu identifizieren und für eine Kandidatur zu gewinnen. 

    Und dann ist der Onlinebereich auch inhaltlich ein sehr weites Feld. Bevor ich 2011 zu DESIGNERDOCK gewechselt bin, habe ich 15 Jahre in verschiedenen Positionen in Digital-Agenturen gearbeitet und hautnah miterlebt, wie die digitalen Möglichkeiten auch meine Arbeitswelt immer wieder verändert haben.

    DD: Man hat den Eindruck, dass gerade im Onlinebereich immer wieder neue Jobs entstehen.

    MS: Das stimmt. Jedes neue Gerät, jede neue Anwendung oder Struktur beeinflusst die Praxis und schafft neue Aufgaben und Jobprofile. In den letzten Jahren konnte man zudem beobachten, dass auch die Werbebudgets zunehmend in Richtung Online gewandert sind. 

    Im Moment verändert sich beispielsweise das Berufsbild des Social Media Managers. Dieses verändert sich rasant, so ähnlich wie im Webdesign vor ein paar Jahren, welches sich auch in immer mehr Unterbereiche aufgeteilt hat. Inzwischen gibt es Social Media Manager, deren Fokus auf der Strategie liegt, aber auch Community Manager oder Social Media Konzepter. 

    DD: Das klingt nach großen Chancen und großen Herausforderungen.

    MS: Und zwar sowohl für die Digital Talents als auch für die Unternehmen. Gerade bei Berufsbildern, die erst im Entstehen sind, sind die Anforderungsprofile nicht von Anfang an klar. Das kann den Unternehmen, die manchmal nur diffuse Vorstellungen von den neuen Berufsbildern haben, die Suche nach Nachwuchs erschweren. Dann wird ein reiner UX Designer gesucht, obwohl sie viel besser mit einem Webdesigner mit UX-Kenntnissen bedient wären. Es gehört zu meinen Aufgaben, die Kunden in dieser Hinsicht zu beraten.

    DD: Wie gelingt der Einstieg in die Welt der digitalen Jobs?

    Da viele Berufsbilder erst entstehen, hinken die Ausbildungsmöglichkeiten hinterher. Wer zum Beispiel UX Designer werden will, kann aber an einigen Universitäten inzwischen entsprechende Module belegen. Für eine erfolgreiche Laufbahn im digitalen Bereich hilft es sehr, wenn man einen Blick für das „Große Ganze“ behält und am Ball bleibt in Bezug auf neue Trends und technologische Möglichkeiten. Aber das tun Digital Natives sowieso: das ist Teil ihrer Identität und Leidenschaft. Da lässt sich zwischen Beruf und Privatleben gar nicht so eine scharfe Trennlinie ziehen. 

    Kommentare (0)

    Keine Kommentare gefunden!

    Neuen Kommentar schreiben