Social Media 2021: Unser Trendradar

    Arbeitswelt erstellt von Indra Sarkar, Personalberaterin im DESIGNERDOCK Berlin

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    Social Media ist nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken – und wie alle digitalen Medien, sind auch die sozialen Netzwerke schnellen Veränderungen unterworfen. Welche Social Media Trends lassen sich jetzt schon für 2021 absehen? Wir haben uns umgeschaut. 

    Shoppable Content: Ab in den Warenkorb

    Social Media wurde vom Markenerlebnis immer mehr zum Shopping-Event, gerade auf Instagram kommt der nahtlosen Verbindung von Content und Einkauf immer mehr Bedeutung zu. Marken haben ja schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit hier ihre Produkte zu platzieren, aber die Möglichkeiten werden immer breiter und die Nutzenden gewöhnen sich daran. Was das mit der Plattform macht? Langfristig wird es hier sicherlich zu Veränderungen kommen, denn auch wenn das Shopping im Sinne der Betreibenden sein mag, wollen wir wirklich aus dem Glasbildschirm unseres Smartphones ein Schaufenster machen? 

    Je stärker das Business Modell der Plattformen durchscheint und je weniger verspielt der Content ist, desto eher werden Nutzende abwandern und sich andernorts ihren Input holen. Mit dem Hype um Clubhouse haben wir gesehen, wie schnell eine Neuerung Wellen schlägt, doch dazu unten mehr. 

    Instagram vs. TikTok: Get Reel!

    Die Story-Funktion: Von Snapchat geklaut. Die Reels bei Instagram? Wie die Videos von TikTok. Dass Plattformen sich bei anderen Funktionen abschauen, keine Neuigkeit. Doch Instagram hat mit den Reels nicht nur eine neue Funktion eingeführt, die nah an den Funktion von TikTok ist, es gibt hier auch einen ganz neuen Stream. Wir haben neben Stories, dem klassischen Newsfeed jetzt auch die Reels als eigenständigen Feed. Was hier trendet? Natürlich Tiere, aber auch extrem viel Content der sich mit Selbsthilfe, Mode oder Astrologie beschäftigt. Ein wilder Mix aus Themen in schnellen Videos also.

    Was Reels aber von TikToks unterscheidet, ist ganz klar die Plattform auf der sie laufen und damit geht auch die Zielgruppe einher. Auch wenn TikTok immer mehr von Menschen über 25 genutzt wird, dennoch ist TikTok eine Plattform, die vorrangig bei jüngeren Zielgruppen große Zugriffszahlen abgreift. Wer sich hier rumtreibt, muss also im Kopf behalten, was und wer sich auf den Plattformen abspielt. Doch die Diversifizierung der Plattformen geht weiter. 

    Employer Branding wird immer wichtiger

    Arbeitgebermarken werden immer wichtiger, denn die Bewerbenden haben hohe Ansprüche an ihre Arbeitgeber. Durch die Verschiebungen im Umfeld der sozialen Netzwerke haben sich Plattformen wie LinkedIn und Xing immer weiter zu Anlaufstellen entwickelt, auf denen das Auftreten einer Marke bewertet werden kann. Die Tendenz geht weg von der Plattform für alles (die Facebook lange war, mit den vielen Kontakten, den Gruppen für Arbeitsthemen, dem Newsfeed) hin zu spezialisierten Plattformen. Was für LinkedIn bedeutet: Hier halte ich mich auf, wenn ich auf der Suche nach Inspiration, nach Jobs oder nach Austausch bin. Weil aber eine Plattform natürlich von den Nutzenden lebt und Social Media auch immer eine Art von Öffentlichkeit darstellt, nehmen wir auf verschiedenen Plattformen verschiedene Rollen ein. Das wird sich weiter verstärken. 

    Purpose Marketing geht vor

    Hoffentlich mehr als Greenwashing, aber gerade jüngere Zielgruppen sehen Unternehmen und Marken in der Verantwortung für eine bessere Zukunft und einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag. Überzeugende, authentische Stories und anfassbare Aktivitäten spielen hier für das Storytelling in 2021 eine große Rolle. Was tun wir um die Welt zu verbessern? Eine Frage, die sich nicht nur Marken stellen müssen, auch Agenturen können sich hier als Arbeitgeber mit Purpose positionieren. Welche Kunden nehmen wir an, wie beraten wir, was ist uns wichtig? Fragen, die wir auch nach der Krise mit größter Dringlichkeit in der Kommunikation beantworten werden müssen. 

    Ab ins… Clubhouse!

    Endlich mal eine neue App, aber was damit tun? Clubhouse weist ganz stark in eine Richtung, die uns weiter beschäftigen wird. Neben der starken Nutzung von visuellen Medien wird sich die Produktion von Audio-Content verstärken. Für Brands sehe ich grundsätzlich das Potenzial, hier über thematische Positionierungen in den Kanal zu gehen und in Expertenrunden zu sprechen. Content Marketing also, in dem der Content und der Purpose im Vordergrund stehen.

    Nicht auf allen Hochzeiten tanzen

    So viele Plattformen, so viel zu tun? Gar nicht. Die Diversifizierung der Plattformen heißt auch, wir müssten nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen. Was uns interessiert und wie wir damit umgehen, liegt an uns. Wer sich nicht auf 5 debattierende Menschen einlassen will, der braucht sich auch nicht mit Clubhouse herumquälen. Wer Bilder machen hasst, muss sich auch keine Instagram-Stories antun. Was wir klar sehen, ist eine neue Medienlandschaft, die uns erlaubt auf neuen Wegen mit mehr Gehalt in den Dialog zu gehen. Wie wir das nutzen? Das liegt an uns. 

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