Tauschhandel. Online erfolgreich Netzwerken

Tipps erstellt von DESIGNERDOCK-Redaktion

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Wie erfolgreich die berufliche Laufbahn verläuft, hängt auch von den persönlichen und sozialen Kontakten ab. Viele Jobs, Aufträge und Projekte werden unter Menschen vergeben, die sich bereits kennen. So begegnet ihr den größten Herausforderungen beim Netzwerken und baut euch strategisch ein stabiles Netzwerk auf.

30 % bis 50 % aller Jobs werden über persönliche Kontakte vergeben. Den richtigen Job im richtigen Unternehmen zu ergattern, hängt nicht nur von Leistung, Expertise und Abschlussnote ab, sondern auch von Glück und einem unterstützenden Netzwerk. Zu diesem Schluss kommt Simone Kauffeld, Professorin für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie an der TU Braunschweig, die zu stabilen und erfolgreichen Laufbahnen geforscht hat. Gut vernetzt zu sein, ist für Freelancer*innen überlebenswichtig, aber auch Menschen in Festanstellung profitieren von den richtigen Kontakten. Die muss man sich in den allermeisten Fällen jedoch erst einmal aufbauen und pflegen. Über informelle Netzwerke, also Kontakte aus dem persönlichen Umfeld wie Familie, Freunde und Kolleg*innen, verfügt jeder Mensch. Formelle Netzwerke wie Business-Clubs, Xing und LinkedIn hingegen sucht man aktiv auf, um andere kennenzulernen, sich bekannt zu machen und mit anderen auszutauschen. Auch Designerdock ist ein Netzwerk innerhalb der Kreativbranche. Wir bringen Talente und Agenturen auf unterschiedlichen Ebenen zusammen und vermitteln weit mehr als Jobs. Wissen weitergeben, Einblicke ermöglichen und Kreative und Unternehmen beraten, auch das sind unsere Aufgaben und Benefits.

Netzwerken kann man lernen

Es gibt Menschen, die sind wahre Naturtalente im Netzwerken und meistern diese Aufgabe mit Leichtigkeit und großer Selbstverständlichkeit. Andere kostet es mehr Mühe. Für viele Menschen ist Netzwerken, laut einer Studie der Universität Toronto, sogar mit negativen Gefühle verbunden. Und das liegt auch an der Ausgangssituation. Die Motivation zu Netzwerken erwächst häufig aus einem Mangel, dem Wunsch nach Veränderung oder einer unglücklichen Jobsituation. Unfreiwillig fühlen sich viele beim Netzwerken als Bittsteller*in. Das, so zeigt auch die Studie, ist nicht die allerbeste emotionale Voraussetzung, um erfolgreich neue Kontakte zu knüpfen. Falsche Erwartungen sind ein zweiter Grund, der Netzwerken für viele zu einem Gräuel macht. Wer zu schnell zu viel erwartet, wird enttäuscht werden. Ein gutes Netzwerk aufzubauen, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es bedeutet, Zeit, Arbeit und Aufmerksamkeit zu investieren. Die Früchte erntet man erst später, manchmal unverhofft. Die gute Nachricht, Netzwerken kann man lernen.

Mit der richtigen Strategie zum stabilen Netzwerk

Wer nicht zu den Menschen mit angeborener Netzwerkintuition gehört, kann den Aufbau eines Netzwerkes strategisch angehen. Dafür braucht man vor allem Klarheit. Zuerst einmal über die Ziele: Was möchte man erreichen? Wer sind dafür die richtigen Kontakte? Und wo treiben die sich rum? Dafür braucht man ein paar Anhaltspunkte. Man sollte wissen, in welchem Bereich man (perspektivisch) gerne arbeiten möchte und sich bei der Recherche nach den richtigen Kontakten und dem richtigen Kanal davon leiten lassen. Je nach Branche und Bereich gibt es on- und offline zahlreiche Netzwerke und Veranstaltungen. Es lohnt sich, unterschiedliche Vernetzungsmöglichkeiten zu recherchieren und auszuprobieren.

Erfolgreiche Netzwerke basieren auf dem Prinzip Kooperation, oft wird von Geben und Nehmen gesprochen. Bevor man loslegt, sollte man sich also klar darüber werden, was man einbringen und womit man Nutzen für andere stiften kann. Das kann eine Idee sein, Expertise, ein Kontakt, ein Konzept oder Interesse an der Tätigkeit und den Erfahrungen des anderen. Emotional gut aufgestellt zu sein und die eigene Habenseite zu kennen, hilft ungemein dabei, nicht in die Bittsteller*innen-Rolle zu rutschen oder im Umgang mit interessanten Kontakten klein zu werden. Netzwerken ist auch ein Spiel, bei dem man die Partner*innen finden muss, die brauchen, was man zu bieten hat. Zugleich leben Netzwerke von einem Mix aus unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Jobpositionen. Und Ziel des Netzwerkens ist nicht nur, Menschen, mit ähnlichen Zielen kennenzulernen, sondern auch Kontakte zu knüpfen zu Menschen, die bereits dort sind, wo man hin möchte. Vor dem Kontakt mit Berufserfahrenen, Führungskräften und Geschäftsführer*innen sollte man daher nicht zurückschrecken. Denn auch das gute Gefühl zu helfen, Erfahrungen weitergeben zu können oder durch den Austausch zu Reflexion angeregt zu werden, kann für andere ein Nutzen sein. Kontakt aufbauen ist beim Netzwerken jedoch nur ein erster Schritt. Netzwerke müssen auch gepflegt werden.

Online Netzwerken

Daher reicht es online nicht, das richtige Netzwerk zu finden und bei Xing, LinkedIn oder Instagram ein Profil anzulegen. Neben den wichtigsten Stationen, Fähigkeiten und Interessen sollte man auch regelmäßige Beiträge posten. Die Posts geben anderen einen Einblick in die Themen, mit denen man sich beschäftigt, und ermöglichen, locker mit einem in Kontakt zu treten. Sie funktionieren wie Gesprächsangebote, die man sich gegenseitig macht und auf die man auch eingehen sollte. Tijen Onaran, Geschäftsführerin des Netzwerks Global Digital Women und Autorin der Netzwerk-Bibel, empfiehlt für die Entwicklung der Beiträge als Leitfrage: Wie möchte ich in Erinnerung bleiben?

Wenn man weiß, was man im Online-Netzwerk gerne von sich erzählen und zeigen möchte, dann lohnt es sich, einen Plan zu erstellen, wann welcher Beitrag online geht. Netzwerkpflege, sagt Tijen Onaran, muss online nicht furchtbar zeitaufwendig sein. Die Beiträge der anderen zu liken oder zu kommentieren, gilt auch. Über diese Art von Netzwerkpflege gewinnt man zudem wichtige Insights. Man erfährt zum Beispiel, welche Themen die Menschen einer Branche beschäftigen, wie sie ticken und was relevante Veranstaltungen sind. 

Wichtig ist zudem, das Netzwerk sukzessive zu erweitern, neue, interessante Kontakte zu recherchieren und sich mit diesen zu verknüpfen. Eine freundliche Nachricht erhöht die Chancen ungemein, dass die Kontaktanfrage bestätigt wird. 

Netzwerken über den digitalen Raum hinaus

In einem nächsten Schritt kann man sich überlegen, mit wem man den Kontakt intensivieren möchte und welches Thema sich als Aufhänger zur Gesprächseröffnung anbietet. Man kann das digitale Netzwerk zum Beispiel dazu nutzen, ein Treffen über Zoom oder eine Verabredung in der analogen Welt zum Kaffee oder Lunch anzubahnen. Oder um auf Netzwerkveranstaltungen oder Messen gezielt auf ausgewählte Kontakte zuzugehen. Dabei kann man Informationen wie einen interessanten Post aus dem digitalen Netzwerk aufgreifen. Insgesamt sollte man immer darauf achten, dass für beide Seiten eine Win-win-Situation entsteht, also beide etwas von dem Austausch haben. Langfristig besteht die Kunst darin, den Kontakt auch über den digitalen Raum hinaus auszubauen und sich mit der Zeit ein tragfähiges und wirksames Netzwerk aufzubauen. Das lohnt sich. Nicht nur, weil man so die Jobchancen vergrößert, sondern auch, weil man auf dem Weg viel neues lernen und sich als Teil einer Community oder Branche begreifen kann.

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